Erhöhte DHEAS Werte

Dieses Thema im Forum 'Andere eingenommene Medikamente' wurde von Gast gestartet, 16 Januar 2004.

  1. Gast

    Gast Guest

    Hallo,

    ich bin 26 Jahre alt (männlich) und habe bereits mehrmals Roaccutan genommen. Jedesmal nach Absetzen kam die Akne wieder (obwohl die Gesamtdosis von mindestens 120 mg/kg erreicht wurde). Vor kurzem wurden bei mir zum ersten Mal die Hormonwerte Testosteron und DHEAS (ein männliches Sexualhormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird) bestimmt. DHEAS war deutlich erhöht.

    Nun werde ich seit zwei Monaten mit Kortison Tabletten (niedrig dosiert) behandelt. Dadurch konnte der DHEAS Wert in den Normbereich gedrückt werden. Dies funktioniert so, dass der Körper merkt, wenn er genug Kortison im Blut hat und die Nebennierenrinde nicht mehr so stark stimuliert. Dadurch fällt auch das neben Cortisol in der Nebennierenrinde gebildete DHEAS ab.

    Da ich seitdem ich mit dem Kortison behandelt werde, Roaccutan abgesetzt habe, bin ich nun etwas unsicher, ob allein die DHEAS Senkung ausreicht um die Akne zu verhindern.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn sich hier Leute zum Erfahrungsaustausch finden würden, die bereits eine ähnliche Behandlung gemacht haben bzw. bei denen sich auch erhöhte DHEAS Werte fanden.
     
  2. Tobi09

    Tobi09 New Member

    Mit welchem Kortison wird denn behandelt? Es gibt da nämlich ettliche. Dexamethason ist für die Behandlung eines erhöhten DHEA(S)-Spiegels geeignet, wenn Du ein anderes Präparat nimmst, würde ich das abklären lassen(ggf. von einem anderen, spezialisierteren Arzt).

    Was heißt "deutlich erhöht"? Generell lassen die Norm- bzw. Referenzwerte Abweichungen groß wie Scheunentore zu. Wenn Du bspw. Einen Wert von etwas unter 5 mg/l hast, kannst Du ihn getrost als zu hoch betrachten bei einem Referenzbereich von 2,1 - 5 mg/l. Poste doch mal Deine genauen Werte.
    Desweiteren solltest Du noch Testosteron, beta-HCG und auch noch Prolaktin kontrollieren lassen um andere Ursachen ausschließen zu können. Prolaktin deshalb, weil dies ein guter "Stressindikator" ist. Wenn dieser Wert zu hoch ist, kann die Ursache physischer als auch psychischer Stress sein.
    Aber ich gehe davon aus, wenn Du sagst, die DHEA Werte sind "deutlich" erhöht, dass sie weit außerhalb der Referenzwerte liegen und somit auch die Akne hervorrufen. Ich bezweifele aber, dass eine Kortisonbehandlung dauerhaft Erfolg bringen kann. Hormonabweichungen sind oft die Folge von anderweitigen physischen Missständen und treten nicht einfach ohne Grund auf.
     
  3. Gast

    Gast Guest

    Hallo Tobi,

    Mein DHEAS Wert war bei ungefähr 630 ug/dl (Referenzbereich für Männer in meinem Alter 55 - 415 ug/dl). Der Testosteron Wert lag im Normbereich.

    Als Kortison nehme ich 0,5 mg Dexamethason pro Tag.

    Zuvor habe ich auch eine Reihe weiterer Untersuchungen durchführen lassen, u.a. einen ACTH Test, bei dem eine Reihe von Cortisol Vorstufen basal und 30 Minuten nach Synacthen i.v. bestimmt wurden.

    Vielleicht kannst Du mir auch nochmal etwas zu Prolaktin schreiben. Ich wusste bisher nur, dass Cortisol bzw. ACTH Ausschüttung (und dadurch dann wahrscheinlich auch DHEAS) durch Stress beeinflusst werden können.

    Vielen Dank für Deine Antwort!
     
  4. Tobi09

    Tobi09 New Member

    Viel zu hoch!! Da Roaccutan nicht anhaltend wirkt, ist das DHEAS mit 99% Sicherheit an der Akne beteiligt. Bei dieser Behandlung muss man aber etwas geduldiger sein, die musst Du schon mal 6 Monate durchhalten, um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen. Aber nach 2 Monaten solltest Du nochmals den DHEAS Wert messen lassen, ob er schon niedriger geworden ist, wobei 0,5mg vielleicht etwas wenig ist, ich würde sagen mindestens 0,75 mg. Hast Du mit einer niedrigen Dosis angefangen und erhöhst Du sie von Zeit zu Zeit? Erhöh aber bloß nicht ohne Abklärung mit dem Arzt die Dosis, der sollte es eigentlich am besten wissen.

    Prolaktin ist eigentlich das milchtreibende Hormon bei Frauen. Trotzdem kann dieser Wert auch ohne Grund bei Frauen(ohne Schwangerschaft) als auch bei Männern erhöht sein. Bei Männern tritt dann häufig eine Gynäkomastie, dh. eine(evtl. sogar schmerzhafte) Brustverhärtung oder -vergrößerung auf, auch schon bei leicht erhöhten Werten. Der Prolaktinspiegel ließe sich mit Bromocriptin senken, allerdings dürfte das herzlich wenig Sinn machen, wenn die Ursache dieser Erhöhung auf Stress beruht. Der Einsatz von Bromocriptin ist nur angebracht, wenn ein Prolaktinom(ein Tumor der Hypophyse) besteht. Wenn das der Fall ist, sind aber deutliche Erhöhungen des Prolaktins vorhanden, ca. das 10-20fache. Das Präparat kann außerdem erhebliche Nebenwirkungen haben.
    Generell sind Informationen über die Auswirkungen von Stress auf bestimmte Hormone sehr rar bzw. nicht besonders aussagekräftig. Es kann sich bei Stress wie gesagt im viele Arten handeln. In Bezug auf einen erhöhten Prolaktinwert handelt es sich voraussichtlich um Dauerstress, der über Monate oder gar Jahre hinweg den Körper belastet. Dabei kann es sich um rein psychischen Stress, aber auch um Fehlfunktionen oder Entzündungen im Körper handeln, z.B. starke Darm- und/oder Verdauungsprobleme oder alles mögliche. Von Ärzten hört man dann meistens: verringern sie Stress, es wird irgendwann von alleine verschwinden usw., weil sehr wenig wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung stehen.
    Das lässt sich jedoch auch auf andere "stressempfindliche" Hormone übertragen, es muss nicht unbedingt Prolaktin sein.
    Was ich auf jeden Fall noch empfehlen würde, ist eine Untersuchung der Schilddrüse bzw. dessen Hormone. Die wichtigsten sind wohl T3, T4 und TSH, wobei auch dort noch im Referenzbereich liegende Werte nicht immer normal sein müssen.


    PS: Crosspostings sind nicht allzu toll, nächstes Mal reicht auch eine Kategorie.
     
  5. Gast

    Gast Guest

    Hallo Tobi,

    ich habe den Wert bereits während der Dexamethason Behandlung messen lassen. Durch die Dexamethason Dosis, die ich zur Zeit nehme, konnte der DHEAS Wert auf unter 200 ug/dl gesenkt werden. Meinst Du, eine noch stärkere Senkung wäre erstrebenswert? Ich orientiere mich ein bisschen an einer Studie von Marynick u.a. aus dem Jahr 1983 (Androgen Excess in Cystic Acne, New England Journal of Medicine) bei der 32 Männer mit Dexamethason Gaben zwischen 0,25 und 0,75 mg pro Tag behandelt wurden. Vielleicht kannst Du mal posten, ob Dir noch andere Informationen zu dem Thema vorliegen.


    P.S.: Mit dem Doppelposting gebe ich Dir grundsätzlich recht-habe ich nur gemacht, weil ich nicht so genau wusste, wo das Thema am besten hinpasst. Ich dachte mir, dass es kurz nach der Neuordung des Forums der beste Weg ist, die meisten Leute zu erreichen.
     
  6. Tobi09

    Tobi09 New Member

    200 µg/dl geht, liegt im normalen Bereich, eine weitere Senkung ist nicht nötig.

    Hast Du schon irgendwelche Auswirkungen auf die Akne bemerkt? Beschreib doch mal deine Akneform, wie lange hast Du sie schon? Wenn sie schon länger besteht kann es sein, dass sich der Körper erst wieder an den normalen Wert anpassen muss und entsprechend langsam die Akne verschwindet.
     
  7. Gast

    Gast Guest

    Ich hatte eine ziemlich schwere Akne, die sich durch tiefe Entzündungen und sehr viele Whiteheads gezeigt hat. Hauptsächlich hatte ich die Akne im Gesicht und etwas auf der Brust. Andere Körperstellen waren fast gar nicht betroffen. Auf Roaccutan sprach die Akne eigentlich an. Nach einigen Monaten war sie komplett verschwunden, kehrte jedoch spätestens 5 Monate nach Absetzen wieder zurück. Zuletzt habe ich einfach niedrig dosiert (10 mg jeden zweiten Tag) Roaccutan weitergenommen um den Behandlungserfolg zu halten.

    Momentan bin ich also eigentlich komplett aknefrei. Das heisst, im Rahmen meiner Dexamethason Behandlung muss sich vielmehr zeigen, ob die Akne ohne Roaccutan ausbleibt und nicht ob sie sich bessert.

    Ich nehme nun seit zwei Monaten kein Roaccutan mehr und nur noch Dexamethason. Wesentliche Veränderungen habe ich bisher nicht festgestellt. Allerdings habe ich bereits jetzt wieder das Gefühl, das die Haut recht fettig ist. Ich habe auch bereits einige Whiteheads an der Stirn `gefunden`, kann alllerdings nicht sagen, ob es sich um alte Teile handelt, die einfach noch unter der Haut saßen oder ob es bereits neue sind.

    Das lässt mich momentan etwas zweifeln. Meinst Du, der Körper muss sich erst auf den neuen Hormonspiegel einstellen?
     
  8. Tobi09

    Tobi09 New Member

    Ja, das ist möglich. Wenn der Körper dauerhaft mit einem erhöhten Hormonspiegel konfrontiert wird, verändert er sich diesbezüglich bzw. stellt sich darauf ein. Wenn dann der Hormonhaushalt wieder normalisiert ist, ist es logisch, dass der Körper die vorher langfristig eingetretenen Veränderungen nicht von heute auf morgen rückgängig macht. Auf jeden Fall würde ich noch 4 Monate weitermachen, so wie bisher, dh. Dexam. in dieser Dosierung weiternehmen und kein Roa mehr nehmen. Ggf. Nochmal in 1-2 Monaten den DHEAS Wert messen lassen und sehen, ob er sich verändert hat. 6 Monate insgesamt musst Du dem schon Zeit lassen, auch wenn das ziemlich lange ist. Die Erfolgschancen stehen gut. Eine echte Alternative dazu gibt es ohnehin nicht, außer der Ursache des zu hohen DHEAS Spiegels auf den Grund zu gehen. Evtl. wird die Überfunktion der Nebennierenrinde aber durch die Kortisonbehandlung auch dauerhaft zurückgestellt.
     
  9. Tobi09

    Tobi09 New Member

    @Gast

    Gast, bitte melde dich mal, wie sieht es mit der Behandlung aus? Halt mich mal auf dem Laufenden...
     
  10. Remedy(Gast)

    Remedy(Gast) Guest

    @Tobi

    also momentan kann ich leider nicht objektiv beurteilen, wie der Behandlungserfolg aussieht. Ich habe kurz nach dem letzten Posting doch wieder niedrig dosiertes Roaccutan eingesetzt, da ich die inzwischen wieder stark fettende Haut nicht als gutes Zeichen gewertet habe. Es sind zwar keine Pickel nachgekommen, aber da ich momentan in Examensvorbereitungen stecke, möchte ich mich diesem Risiko nicht aussetzen. Das Kortison nehme ich aber weiter, um den DHEAS Wert zu senken. Ich denke aber, dass ich nach dem Examen nochmal einen Roaccutan Auslassversuch machen werde.
     
  11. Tobi09

    Tobi09 New Member

    D.h. fettige Haut hast Du auch weiterhin? Nach welcher Zeit nach Anfang der Kortisoneinnahme hast Du wieder mit Roa angefangen? Es wundert mich ein wenig, dass kein Rückgang der Hautfettung stattfindet, normalerweise ist sie proportional zur DHEAS Menge. Hast Du das DHEAS nochmal kontrollieren lassen in der Zeit? Kann sein, dass noch andere Hormone verantwortlich sind, ich hab mir eine "Collection" für mögliche Übeltäter angelegt: ;-)

    - LH
    - FSH
    - Testosteron
    - DHT
    - ACTH
    - CRH
    - DHEAS
    - 17-Hydroxyprogesteron
    - TSH
    - Androsteron
    - Androstendion
    - Prolaktin
    - SHGB
    - Cortisol
    - Östradiol
    - FT3 und FT4

    Diese solltest Du evtl. nochmal überprüfen lassen. Ich habe selbst bei mir noch nicht all diese Hormone kontrollieren lassen, ich könnte mir vorstellen, dass der Arzt im Dreieck springt. Ich vermute auch bei mir neuerdings wieder eine Ursache in dieser Richtung, DHEAS ist bei mir schon im Grenzbereich.

    Hast Du sonst noch irgendwelche anderen Symptome oder "nur" Akne?
     
  12. @Tobi

    Die meisten dieser Hormone, insbesondere die Androgene, habe ich überprüfen lassen und sie waren im Normbereich. Bei den Cortisol Vorstufen habe sich teilweise erhöhte Werte gezeigt, welche aber im Zusammenhang mit dem erhöhten DHEAS Wert zu stehen scheinen. Ich habe ungefähr 3 Monate nach Beginn der Kortisoneinnahme wieder mit Roaccutan angefangen. DHEAS wurde in dieser Zeit mehrmals kontrolliert und war stets im unteren Normbereich. Andere Krankheiten ausser Akne, bei denen ein Zusammenhang mit DHEAS wahrscheinlich ist, habe ich nicht.

    Die Hautfettung wird nicht allein durch DHEAS gesetuert. Insbesondere bei Männern, trägt das Testosteron einen wesentlichen Anteil dazu bei. Es gibt Untersuchungen, die davon ausgehen, dass die Nebennierenandrogene für maximal 50 % der Hautfettproduktion verantwortlich sind.

    Auch die Reaktionsbereitschaft des Zielorgans also der Haut bzw. der Talgdrüsen auf die Hormone spielt eine große Rolle. Daher finden sich wohl bei den meisten Aknepatienten auch gar keine erhöhten Hormonwerte. Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, dass eine vor kurzem erschienene Studie gezeigt hat, dass ein oraler 5 Alpha Reduktase Typ I Hemmer keinen Erfolg bei der Aknebehandlung bringt. Es wurde ja bisher angenommen, dass wenn man die Umwandlung von Testosteron in DHT durch 5 Alpha Reduktase Typ I blockiert, sich die Akne bessern müsste.

    Junge Männer weisen durchschnittlich einen DHEAS Wert von ungefähr 300 ug/dl auf. Höhere Werte könnten sich bereits negativ auswirken. Wenn bei Dir DHEAS auch grenzwertig bzw. leicht erhöht ist, würde ich Dir vorschlagen, mal die Supprimierbarkeit des Wertes durch Dexamethason zu prüfen (z.B. 1 Woche lang 0,5 mg vor dem Schlafengehen). Natürlich nur in Absprache mit einem Arzt.
     
  13. Tobi09

    Tobi09 New Member

    Allein sicherlich nicht, hab ich irgendwo im Englischsprachigen gelesen, dass DHEAS proportional zur Hautfettung ist, finde ich jetzt nicht wieder.
    T ist bei mir in Ordnung. Ich habe auch schon Dutasterid geschluckt, was zu ~50% AR 1 hemmt -> keine Wirkung, im Gegenteil, ich bekam richtige Eitergeschwüre, die bis jetzt tiefe Narben hinterlassen haben. Ich denke, es hängt damit zusammen, dass durch Verminderung der AR1+2 das T nicht unwesentlich erhöht wird. Duta hat schätze ich auch keinen Einfluss auf die durch DHEAS metabolisierten Hormone.
    Ich leide außerdem an einer einseitigen Gynäkomastie. Durch DHEAS ließe sich das erklären: DHEAS ist - abhängig vom Zielgewebe - auch zur Konversation in Östrogene fähig. Dieses Gewebe könnte z.B. in meinem Fall in der Brustdrüse vorliegen, in der Haut wiederum wird es zu Androgenen konvertiert. Es deutet vieles darauf hin, dass DHEAS der Übeltäter ist.
    Was mir aber noch Sorgen macht sind meine Schilddrüsenwerte FT3 und 4. Sie liegen im unteren Grenzbereich und einige Symptome deuten auf eine Schilddrüsenerkrankung Hashimoto Thyreoiditis hin, dafür müsste ich aber noch Antikörper bestimmen lassen.
    Aus dem, was ich von Dir gelesen habe, schlussfolgere ich, dass Du privat versichert bist, oder wie hast Du den Arzt dazu gebracht, all diese Untersuchungen zu machen? Als gesetzlich Versicherter weiß ich, dass sowas ziemlich schwierig ist.
     
  14. Booba

    Booba New Member

    mhhhhhh also die Diskussion hört sich sehr >Interessant an will euch auch net unterbrechen aber warum macht ihr diesesn Hormon "scheiss" hat die Akne bei euch net nach dem 25 Lebensalter aufgehört .....mein Artzt meinte das nach dem 25 alter die akne immer verschwindet nur eben bei Frauen könnte es passieren das die akne anhält oder so naja wünsch euch trotzdem Viel Erfolg.
     
  15. Tobi09

    Tobi09 New Member

    @Booba

    Nonsense, die Fragen beantworten sich von alleine.


    @Remedy

    Habe nochmal nachgehakt, meine SD ist auch in Ordnung.
    Werde nun versuchen, einen brauchbaren Arzt aufzutreiben, dem ich meine Vermutungen verklickern kann. Du schreibst, dass höhere Werte als 300 ug/dl sich schon negativ auswirken können, hast Du da einen Link zu?
    300 sind 72,2% vom Maximalreferenzwert. Mein DHEAS-Wert liegt bei 4,7 mg/l (Norm: 2,1 - 5). Das wären 94% vom Maximum, also deutlich drüber.
    Könnte mir vorstellen, dass evtl. eine generelle Überfunktion der NNR vorliegt, damit könnte man vielleicht erklären, warum ich überempfindlich auf Stress reagiere, die NNR produziert schließlich auch (Nor)Adrenalin usw.
     
  16. @Tobi

    Deine Vermutung ist richtig: Ich bin privat krankenversichert. Jedoch würde ich Dir Empfehlen, Deine Probleme mit einem Endokrinologen zu besprechen. Ich denke, dass solche Untersuchungen auf Veranlassung eines Endokrinologen auch von der Kasse gezahlt werden.

    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass bei einer gross angelegten Untersuchung, der durchschnittliche DHEAS Wert bei Männern zwischen 20 und 29 Jahren bei ungefähr 300 ug/dl lag. Prof. Dr. Degitz zog seine obere Grenze für DHEAS in einer Studie zu Akne bei männlichen Late Onset AGS Patienten bei 300 ug/dl.

    Es gibt auch eine Studie, über erhöhte DHEAS Werte bei jungen Männern mit Haarausfall. Einen Link habe ich gerade leider nicht da. Schau mal bei Medline unter "alopecia", "young men" "DHEA" u.s.w. Bei Medline findest Du auch eine Studie zu Gynäkomastie bei Männern mit hohen DHEAS Werten.

    Die Suppressionsprüfung mit Dexamethason wäre in Deinem Fall vielleicht zunächst am sinnvollsten, bevor man weitere Untersuchungen macht, um die Ursache zu finden, weil man bei guter Suppression wahrscheinlich auch versuchen würde, mit Dexamethason zu behandeln.

    Ich denke, dass sich ein erfahrener Endokrinologe aufgrund Deiner Werte und Deiner Krankengeschichte auf einen solchen Versuch einlassen würde.
     
  17. Tobi09

    Tobi09 New Member

    Naja, da hast Du als Privatpatient natürlich leicht reden ;) .
    Um zu einem Endo zu kommen, brauche ich erstmal eine Überweisung vom Hausarzt und dann bekomme ich vielleicht in 3 Monaten einen Termin. Ich war schon bei einem vermeintlich erfahrenen Endokrinologen, auch ein Prof. Dr., aber der hat auch nur die Werte in Auftrag gegeben und den Befund dem Hausarzt geschickt, er selbst hat da nichts zu gesagt, jedoch in der Diagnose stand davon auch kein Wort. Das war ja schon ne Ausnahme, nochmal bekomme ich sicher keine Überweisung.
    Du kannst einfach beim Endo anrufen und vorbeikommen, wann es Dir passt, oder wie läuft das? ;)

    Gibt es noch eine andere Behandlung außer mit Dexam.? Soweit ich weiß, wird so ein Test gemacht, um herauszufinden, ob ein Tumor vh. ist, in diesem Fall sollte die Suppression nicht funktionieren.
     
  18. @Tobi

    Das ist richtig: Die Suppression durch Dexamethason wird hauptsächlich deshalb geprüft, um zu sehen, ob DHEA durch einen Tumor produziert wird.

    Weitere Möglichkeiten die Höhe des DHEAS Wertes bzw. seine Wirkung zu reduzieren, gibt es hauptsächlich für Frauen: Antiandrogene bzw. Androgenrezeptorenblocker und Empfängnisverhütungspillen. Die Anwendbarkeit solcher Präparate bei Männern ist sehr sorgfältig zu überlegen, da eine große Gefahr von Nebenwirkungen wie z.B. Verweiblichung besteht. Eine Suppressionsbehandlung mit Kortison scheint für die Senkung des DHEAS Wertes die kausalste und unproblematischste Methode zu sein.

    Es stimmt, dass man als Privatpatient einfach selber bei einem Endokrinologen einen Termin vereinbaren kann. Soviel ich weiß, kann man aber auch als Kassenpatient ohne Überweisung einen Facharzt aufsuchen.

    Jedoch könnte ich mir vorstellen, dass auch Dein Haus- bzw. Hautarzt bereit wäre, Dir versuchsweise einige Dexamethason Tabletten zu verschreiben und danach nochmal eine Blutabnahme zu machen. DHEAS kann fast jedes Labor bestimmen, vermutlich auch das, mit dem Dein Arzt zusammenarbeitet.

    Sollte unter Dexamethason eine deutliche Suppression des DHEAS Wertes feststellbar sein, erübrigen sich weitere Untersuchungen vielleicht sowieso.
     
  19. Tobi09

    Tobi09 New Member

    Ok, danke erstmal soweit. Ein paar Sachen hätte ich noch:

    Dein DHEAS-Wert und der dazugehörige Referenzbereich gilt für die Serumkonzentration, nicht etwa Urin, richtig?

    Du schreibst, dass Du einen ACTH Test hast machen lassen und Vorstufen von Cortisol hast bestimmen lassen. Wie sieht es mit dem "normal gemessenen" Cortisol aus, war das in Ordnung?
     
  20. @Tobi

    Die Werte und Referenzbereiche, die ich für DHEAS genannt habe, beziehen sich auf die Serumkonzentration.

    Cortisol basal war bei mir am oberen Ende des Normbereichs. Es ist allerdings zu beachten, dass Einzelwertbestimmungen für Cortisol wenig aussagefähig sind. Cortisol unterliegt einer zirkadianen Rhytmik. Morgends sind die Werte am höchsten.
     
  21. Tobi09

    Tobi09 New Member

    So, ich war heute nochmal bei dem Endokrinologen, bei dem ich vorher schonmal war. Er war aber sofort wieder grantig und hat mir allen möglichen Blödsinn erzählt, dass meine Werte normal sind und dass auch über den Referenzwerten liegende Werte normal sein können. Ich wollte, dass er nochmal andere NNR-relevanten Werte überprüft, macht er aber nicht, geschweige denn macht er einen Dexamethason-Supressionstest. Leider ist das der einzige Arzt in meiner Umgebung, der in Endokrinologie ansatzweise versiert ist. Das nächstgelegene wäre die Uni-Klinik, wo ich aber erst Ende Mai einen Termin habe.
    Bei was für einem Arzt warst Du? Meinst Du, er hätte auch einen Dexamethasontest bei meinen Werten gemacht?
     
  22. @Tobi

    Natürlich muss ein über dem Referenzbereich liegender Wert nicht zwangsläufig pathologisch sein. Wenn man solche Werte jedoch, wie bei Dir, mit Krankheiten bzw. Symptomen in Verbindung bringen könnte, finde ich es sehr schade, dass Dein Arzt kein Interesse daran zeigt, mal weiter nachzuforschen.

    Ich habe die Untersuchungen durch zwei Professoren in Universitätskliniken durchführen lassen. Solche Leute sind meistens selbst sehr aktiv in der Forschung und zeigen daher oft auch mehr Interesse an solchen Problemen. Ich würde an Deiner Stelle den Termin, den Du Ende Mai im Universitätsklinikum hast, wahrnehmen.
     

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